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Georgette Heyer



Die Liebesschule

(engl. Powder und Patch)


Erstveröffentlichung in England: 1923
Deutsche Erstveröffentlichung: 1969
Broschiert - 189 Seiten - Dtv, Mchn.
Erscheinungsdatum: 2000
ISBN: 3-423-20306-4

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Liebesschule




Kurzbeschreibung

Listig, verführerisch und auch ein wenig grausam verwirrt die reizende Cleone ihre zahlreichen Verehrer, vor allem Philipp, der ihr leidenschaftlich den Hof macht, aber doch ein rechter Grobian und unerfahren in der Kunst der Liebe ist. So stürzt er sich in die beste aller Liebesschulen: das mondäne Leben von Paris. Zum eleganten Meister der Verführung ausgebildet, stiftet er, aus Paris zurückgekehrt, in den Salons der Londoner High Society mancherlei Verwirrung.
Quelle: rororo TB-Ausgabe 1986

Textbeispiel

„Kann denn niemand Philippe überzeugen, dass er kein Dichter ist?“ fragte De Bergeret klagend. De Vangrisse schüttelte den Kopf.
„Man kann ihm sagen, dass er kein guter Fechter ist und kein echter cavalier sei; man kann alle seine gesellschaftlichen Tugenden herabsetzen, und er wird mitlachen; aber man darf nicht sagen, dass niemals ein Poet aus ihm wird. Er wird es nicht glauben.“
„Oh, er glaubt es au fond“, antwortete Saint-Dantin. „Es amüsiert ihn, so zu tun. Ah, da ist er!“
Philip betrat das Zimmer, eine Vision in Schattierungen von Gelb. Er trug eine Pergamentrolle, die mit einem bernsteinfarbenen Band gebunden war, schritt federnd aus, und seine Augen funkelten in reinster Heiterkeit. Triumphierend schwenkte er die Pergamentrolle.
Saint-Dantin ging auf ihn zu, um ihn herzlich zu begrüßen.
„Aber, aber, wie verspätet, Philippe!“ rief er aus und streckte ihm die Hände hin.
„Tausendmal pardon, Louis! Ich war bis vor einer Stunde von einem Rondeau erfüllt.“
„Einem Rondeau?“ sagte De Vangrisse. „Heute morgen war es eine Ballade!“
„Heute morgen? Pah! Das ist schon ein Jahr her. Inzwischen wurde es ein Sonett!“
A Dieu ne plaise!“ rief Saint-Damin fromm aus.
„Natürlich“, stimmte ihm Philip zu. „Das Thema verlangte nach einem Rondeau. Heute Nachmittag um drei Uhr entdeckte ich, dass dem so ist. Warst du heute morgen bei mir, Paul?“
„Du hast einen Reim von mir verlangt“, erinnerte ihn De Vangrisse.
„Das habe ich wirklich! Einen Reim auf tout und fout, und du hast mir chou genannt.“
„Worauf du mir deine Perücke an den Kopf geschleudert hast und ich entwich.“
Chou!“ wiederholte Philip in grässlicher Verachtung. „Chou!
Sanft, aber energisch entzog ihm Saint-Dantin die Pergamentrolle.
„Du wirst uns später vorlesen“, versprach er. „Aber jetzt wirst du dinieren.“
„Es passt so gut vor dem Fleisch“, bettelte Philip.
„Ich werde deinen Versen nicht auf leeren Magen lauschen“, erklärte der Vicomte. „Vielleicht werde ich sie würdigen, wenn ich betrunken bin.“

Anmerkungen

Philip Jettan ist ein junger Edelmann, der auf dem Land aufwuchs und sich nichts mehr wünscht, als seinen Jugendliebe Cleone zu heiraten. Aber die will ihn nicht. Nicht so. Nicht so bauernlümmelig, unelegant und sprachlos. Also schickt ihn sein Vater nach Paris, um den richtigen Schliff zu bekommen. Als er schließlich perfekt gestylt und blasiert bis unter die weißgepuderte Perücke nach England zurückkehrt, passt es dem Fräuleinchen seltsamerweise auch nicht.

Ein wunderbares kleines Buch, allerdings sollte man sich in den Gepflogenheiten und Eigenarten der beschriebenen Zeit ein wenig auskennen, um den köstlichen und manchmal sehr spitzen Humor richtig genießen zu können.

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  © 2005 · Claudia