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Georgette Heyer



Ehevertrag

(engl. A Civil Contract)


Erstveröffentlichung in England: 1961
Deutsche Erstveröffentlichung: 1965

Erscheinungsdatum: Mai 1967
ISBN:

** Das Buch wird derzeit nicht verlegt **


Kurzbeschreibung

Lord Lynton liebt abgöttisch die schöne Julia, aber seine Schulden zwingen ihn, den Ehevertrag mit der Tochter eines reichen Emporkömmlings zu schließen.
Georgette Heyer, deren amouröse und abenteuerliche Schilderungen aus dem englischen Biedermeier auch in Deutschland einen großen Leserkreis gefunden haben gibt diesem galanten Roman die versöhnliche Pointe, dass Takt, Vertrauen und gegenseitiges Verständnis oft bessere Gewähr für eine glückliche Ehe sind als überschwengliche Leidenschaft.
Quelle: rororo-TB 1967

Textbeispiel

Die Lyntons erschienen eine halbe Stunde später und begaben sich sofort durch den ersten Saal in den dahinter liegenden kleinen Salon.
In diesem Salon befanden sich vielleicht zwanzig Menschen, aber Adam sah nur einen einzigen. Julia stand in Nähe der Tür, und der Klang ihres Lachens ließ ihn einen Augenblick wie angewurzelt an der Schwelle erstarren.
"Eine Eisjungfrau! Ach, wie absurd! - Wo mir doch so heiß ist!" Sie wandte sich während des Sprechens um, gewahrte Adam, rang so hörbar nach Luft, daß alle Anwesenden es vernahmen, und sank in Ohnmacht.
Er stand so nahe bei ihr, daß er sofort herbeistürzte, als er sie schwanken sah, und sie auffangen konnte, ehe sie zu Boden sank.
Die peinliche Stille wurde von Jennys nüchterner Stimme gebrochen.
"Ganz recht, legen Sie sie auf das Sofa, Lynton, und öffnen Sie ein Fenster. Die arme Julia konnte einen überhitzten Raum niemals vertragen."

Anmerkungen

Versöhnliche Pointe? Na, dann muss ich das Buch wohl nochmal lesen. Da es bisher in meiner Sammlung fehlte, hatte ich es erst einmal gelesen und kann mich nicht mehr an ein versöhnliches Ende erinnern - im Gegenteil.

Edit:
So, ich habe es nochmals gelesen und meine Meinung hat sich geändert. Ob es an der Weisheit des fortgeschrittenen Alters liegt? Ich bin ja nun kein romantischer Backfisch mehr ...

Georgette Heyer lässt den Leser Adam Lord Lynton durch sein sorgenvolles, verarmtes Leben begleiten. Für seine große Liebe ist er nun nicht mehr standesgemäß und will er zumindest das Heim seiner Väter retten, muss er dem furchtbaren Vorschlag, eine arrangierte Ehe mit einer reichen Kaufmannstocher (Jenny) einzugehen, folgen. Mit viel Anstand und Selbstbeherrschung ist er seiner Jenny ein guter Ehemann. So gut, wie man es ohne Liebe eben sein kann. Wenn da nur nicht Julia wäre, die ihm immer wieder begegnet und in ihrer jugendlichen Unschuld immer wieder bedrängt, doch zuzugeben, dass er nur sie liebe. So reißt sie die Wunde immer wieder auf.

Jenny ist uns anfangs so unlieb, wie sie Adam ist. Wir lernen sie besser kennen und ihre manchmal herbe Art stößt uns ab, aber so wie Adam immer mehr positives an ihr entdeckt, geht es auch dem Leser. Irgendwann, ganz unbewusst, hat man sie ins Herz geschlossen. Julia hat sich dabei gleichzeitig von der Märchenprinzessin in eine verwöhnte, verzogene Göre verwandelt, mit der Adam niemals glücklich gewesen wäre.

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